ICAO- Notfallübung: „Stormy Grass 2009“
"Accident"
Im Rahmen der Vorschriften der zivilen Luftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization, ICAO) wurde am 21. November 2009 auf dem Vorfeld des Saarbrücker Flughafens in Ensheim eine Notfallübung unter dem Einsatzstichwort „Accident“ durchgeführt. Hierbei handelt es sich um einen „großen Unfall“ unter Beteiligung von Luftfahrzeugen mit einer angenommenen Anzahl von mehr als 10 Verletzten. Übungen dieser Art müssen nach den Bestimmungen der ICAO in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.
Die Planung der Rettungsmaßnahmen im Schadensfall obliegt sowohl dem Flughafen Saarbrücken, als auch der Berufsfeuerwehr Saarbrücken, welche einen Einsatzplan erstellt. Neben diesen bereits genannten Institutionen war auch der Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung in die mehr als ein Jahr dauernde Vorbereitung involviert. Im Folgenden werden sowohl der Ablauf der Übung, als auch die wichtigsten Informationen zum Ablauf der Handlungsschritte beim Massenanfall von Verletzten (MANV) vereinfacht dargestellt.
Unter der angenommenen Lage eines Zusammenstoßes zweier Flugzeuge, brennendem Kerosin und 33 verletzten und zu betreuenden Personen wurden mehr als 200 Einsatzkräfte von Flughafenfeuerwehr, Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und dem Rettungsdienst gegen 11:30 Uhr zur Einsatzstelle alarmiert. Nach den umgehend eingeleiteten Brandbekämpfungs- und Rettungsmaßnahmen richtete die Flughafenfeuerwehr eine provisorische Verletztenablage ein, wo neben Erstmaßnahmen eine Registrierung und Vorabsichtung eingeleitet wurde. Mit dem Eintreffen des ersten Notarztes und den nahegelegenen Rettungsmitteln erfolgte eine ärztliche Sichtung mit Einteilung nach Behandlungs- und Transportprioritäten (Triage). Zeitgleich zu den Maßnahmen an der Verletztenablage wurde durch den inzwischen eingetroffenen leitenden Notarzt (LNA), den Organisatorischen Leiter und die Führungsgruppe der Feuerwehreinheiten eine Führungsstruktur aufgebaut und der Aufbau eines Behandlungsplatzes veranlasst. Letztere Aufgabe ist innerhalb dieses Einsatzkonzeptes Aufgabe der Schnelleinsatzgruppe der Feuerwehr Saarbrücken, welche neben einem Abrollcontainer Rettungsdienst über Personal und Ausrüstung in verschiedenen Stadtteilen verfügt.
Im erweiterten Rettungsdienst kann diese Aufgabe jedoch auch durch die Schnelleinsatzgruppen der
Hilfsorganisationen übernommen werden.
Nach der eingeleiteten Erstversorgung und Registrierung an der Verletztenablage standen Träger- Trupps der Feuerwehr bereit, um die Verletzten zum Behandlungsplatz zu transportieren. Dort eingetroffen erfolgte eine erneute „Sichtung“, um die Behandlungs- und Transportpriorität festzulegen. Je nach Zustand und Verletzungsmuster werden die Verletzten innerhalb des Behandlungsplatzes in verschiedenen Zelten bis zum Abtransport durch Rettungsdienstpersonal nach Transportprioritäten (T1- bis T3) weiter behandelt. Unterstützt wurden die „Retter“ durch Notfallseelsorger und Mitarbeiter der Krisenintervention.
Um die Übungssituation möglichst realistisch zu gestalten, erklärten sich Laiendarsteller des Mimentrupps der Freiwilligen Notfallhilfe e.V. bereit, die Einsatzkräfte mit stark blutenden Wunden und schmerzerfüllten Schreien an ihre Grenzen zu locken.